Wer sind die Stakeholder einer Stiftung?

Zu den Stakeholdern in Ihrer Organisation gehören gesetzliche Vertreter und wirtschaftlich Berechtigte (Ultimate Beneficial Owners/UBOs). In manchen Unternehmen kann auch ein fiktiver wirtschaftlich Berechtigter (Pseudo-UBO) ein Stakeholder sein. Damit Sie unsere Dienstleistungen nutzen können, bitten wir Sie, einige Informationen über diese Stakeholder an uns zu übermitteln und nachzuweisen.

In diesem Artikel finden Sie Beispiele, die Ihnen dabei helfen werden festzustellen, wer die Stakeholder Ihrer Stiftung sind.

 

Gesetzliche Vertreter einer Stiftung 

Ein gesetzlicher Vertreter ist eine natürliche Person, die befugt ist, im Namen Ihrer Organisation zu handeln.

Im Falle einer Stiftung können die folgenden Personen gesetzliche Vertreter sein:

  • ein allein vertretungsberechtigter Vorstand, oder

  • mehrere Vorstandsmitglieder, die gemeinsam bevollmächtigt sind, oder

  • ein Prokurist, der allein oder gemeinsam mit dem Vorstand bevollmächtigt ist. 

 

Wirtschaftlich Berechtigte (UBO) einer Stiftung

Ein wirtschaftlich Berechtigter (UBO) ist ist eine natürliche Person, in deren Eigentum oder unter deren maßgeblicher Kontrolle eine Organisation steht. Ein Unternehmen oder eine juristische Person kann einen oder mehrere UBOs haben. Ein UBO ist immer eine natürliche Person, und diese Person kann unmittelbar oder mittelbar an dem Unternehmen beteiligt sein.

Als wirtschaftlich Berechtigte (UBO) bezeichnet werden:

 

Begünstigte von mehr als 25 % des Kapitals

In einer Stiftung können Personen, die Begünstigte von mehr als 25 % des Kapitals sind, als UBO angesehen werden. Wenn Ihre Stiftung also maximal drei Begünstigte hat, dann sind alle drei Personen UBO Ihrer Stiftung.

Ein Beispiel: Die Great Foundation gibt in ihrer Zielbeschreibung an, dass das Ziel der Stiftung darin besteht, Geld zu sammeln, um die medizinischen Kosten von Jessi zu decken. Jessi ist die einzige Person, für die die Stiftung Geld sammelt. In diesem Fall ist Jessi die einzige Begünstigte des Kapitals und der UBO der Great Foundation.

 

Personen mit mehr als 25 % der Stimmrechte

Ein UBO kann auch jemand sein, der mehr als 25 % der Stimmrechte in einer Organisation besitzt. Üblicherweise sind die Stimmrechte an die Zahl der Anteile in einem Unternehmen gekoppelt. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Ein Unternehmen kann in seiner Satzung (Articles of Association) unterschiedliche Stimmrechte festlegen. So kann einem bestimmten Anteil zum Beispiel auch mehr als nur eine Stimme zukommen.

 

Ein Beispiel: Die Clear Foundation hat drei Vorstandsmitglieder.

  • Vorstandsmitglied Leonie hat fünf von sieben Stimmen, deswegen entfallen auf sie 71,4 % der Stimmrechte.

  • Die beiden Vorstandsmitglieder Maarten und Nienke können jeweils eine Stimme abgeben. Sie verfügen über jeweils 14,3 % der Stimmrechte.

Das bedeutet, dass Leonie die UBO für die Clear Foundation ist, da sie mehr als 25 % der Stimmrechte hat. Bei Maarten und Nienke handelt es sich nicht um UBOs, weil sie jeweils weniger als 25 % der Stimmen haben.

 

Personen, die aufgrund sonstiger Vermögenswerte oder auf sonstige Weise eine faktische Kontrolle ausüben

Personen können als wirtschaftlich Berechtigte (UBO) bezeichnet werden, wenn sie auf sonstige Weise als über Stimmrechte Eigentumsrechte (Ownership) haben oder eine tatsächliche Kontrolle über das Unternehmen ausüben. „Auf sonstige Weise“ kann bedeuten, dass sie die obersten Entscheidungsträger sind.

Nehmen wir einmal an, dass die GHJKL-Gruppe einen Spender namens Karim hat, der die Organisation finanziert. Obwohl Karim keine formale Rolle in der Organisation hat, erfüllt er dennoch die Funktion eines externen Stakeholders. Karim übt eine tatsächliche Kontrolle über das Unternehmen aus und ist somit der UBO der GHJKL-Gruppe.

 

Trifft keiner der genannten Aspekte auf Ihre Stiftung zu?

Wenn Ihre Organisation keinen wirtschaftlichen Berechtigen(UBO) hat, sollten Sie einen oder mehrere Pseudo-UBO bestimmen. Ein Pseudo-UBO ist eine natürliche Person, die der obersten Leitung einer Organisation angehört und die täglichen Geschäftsaufgaben übernimmt. , wie etwa die Vorstandsmitglieder  . Diese Führungskräfte können im Handelsregister als satzungsmäßige Vorstandsmitglieder  eingetragen sein. Sie können als Pseudo-UBOs angesehen werden, weil sie die Funktion eines Geschäftsführers übernehmen, was in der Regel bei Stiftungen mit Gemeinnützigkeitsstatus der Fall ist.

 

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