Wer sind die Stakeholder bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts?

Die Stakeholder Ihrer Organisation sind gesetzliche Vertreter und wirtschaftlich berechtigte Personen (UBOs). In manchen Organisationen ist ein Pseudo-UBO ein Stakeholder. Damit Sie unsere Dienstleistungen beanspruchen können, bitten wir Sie, die Daten dieser Stakeholder hochzuladen. 

In diesem Artikel finden Sie Beispiele zur Bestimmung der Stakeholder bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). 

 

Gesetzliche Vertreter bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts 

'Ein gesetzlicher Vertreter ist eine natürliche Person, die im Namen der Organisation handeln kann und zur Unterschrift berechtigt ist. Bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts können Gesellschafter unbegrenzt, begrenzt oder überhaupt nicht unterschriftsberechtigt sein. Die speziellen Bedingungen und Einschränkungen sind im Handelsregister angegeben. 

Im Handelsregister steht zum Beispiel eine Bedingung, die besagt, dass Gesellschafter bis zu einem bestimmten Betrag eigenständig unterschriftsberechtigt sind. Bei höheren Beträgen müssen die anderen Gesellschafter ebenfalls ihre Unterschrift leisten. 

Wenn Gesellschafter durch eine Vollmacht im Namen anderer Gesellschafter unterzeichnen dürfen, können sie im Namen der Gesellschaft bürgerlichen Rechts unterzeichnen. 

 

Wirtschaftlich berechtigte Personen bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts

Eine wirtschaftlich berechtigte Person (UBO) besitzt einen wesentlichen Anteil einer Organisation oder ist einer der Entscheidungsträger der Organisation. Eine Organisation oder juristische Person kann einen oder mehrere UBOs haben. Eine wirtschaftlich berechtigte Person ist immer eine natürliche Person und kann direkt oder indirekt am Unternehmen beteiligt sein. 

UBOs bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts sind Personen, die: 

  • zu mehr als 25 % über das Vermögen bestimmen, oder
  • mehr als 25 % der Stimmrechte besitzen, oder
  • die Gesellschaft auf andere Weise faktisch kontrollieren.

 

Personen, die zu mehr als 25 % über das Vermögen bestimmen

Bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts sind diejenigen Personen UBOs, deren Vermögensrechte mehr als 25 % betragen. 

Beispiel

Es gibt eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts mit 2 Gesellschaftern, die beide je € 150.000,- eingebracht haben. In ihrem Vertrag ist festgelegt, dass Arbeitslohn und Gewinn zu gleichen Teilen an sie verteilt werden. Beide Gesellschafter haben demnach Recht auf 50 % des Vermögens und sind deshalb beide ein UBO. 

 

Personen mit mehr als 25 % der Stimmrechte

Ein UBO kann auch jemand sein, der über 25 % der Stimmrechte innerhalb der Organisation besitzt. 

Beispiel mit mehr als 25 % der Stimmrechte

Es gibt 3 Gesellschafter in einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die jeweils 33,3 % der Stimmen abgeben können. Im Gesellschaftsvertrag ist festgelegt, dass der Vertrag nur bei einstimmiger Abstimmung geändert werden darf. Alle 3 Gesellschafter sind UBOs des Unternehmens.

Beispiel mit weniger als 25 % der Stimmrechte

Eine Kommanditgesellschaft (KG) hat 2 Komplementäre (Vollhafter) en 3 Kommanditisten (Teilhafter). Im Gesellschaftsvertrag ist festgelegt, dass der Vertrag nur bei einstimmiger Abstimmung geändert werden darf. Keiner der Gesellschafter hat mehr als 25 % der Stimmrechte inne. Dadurch ist keiner von ihnen ein UBO. Dann sind die Vermögensrechte und die faktisch ausgeübte Kontrolle durch andere Mittel ausschlaggebend. 

 

Personen, die die Gesellschaft auf andere Weise faktisch kontrollieren

Ein UBO kann jemand sein, der statt über Stimmrechte auf andere Art und Weise Kontrolle ausübt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese Person ein Entscheidungsträger ist. 

Beispiel 1 für faktische Kontrolle

Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts hat 130 Gesellschafter. Im Gesellschaftsvertrag ist festgelegt, wie genau die Gesellschafter ihre Stimme ausbringen dürfen. Laut diesem Vertrag ist Frank als einer der Gesellschafter befugt, eine Stimmempfehlung vorzugeben, der andere Gesellschafter dann Folge leisten. Aufgrund der faktischen Kontrolle ist Frank bei dieser Organisation der UBO. 

Beispiel 2 für faktische Kontrolle

Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts hat 75 Gesellschafter. Gaby ist eine von ihnen und wird als wichtige Gesellschafterin für die ganze Gruppe angesehen. Andere Gesellschafter folgen Gabys Empfehlungen und Beschlüssen. Aufgrund der faktischen Kontrolle ist Gaby bei dieser Organisation der UBO. 

 

Treffen keine dieser Interessen auf Ihre Organisation zu?

Hat Ihre Organisation keinen UBO? Weisen Sie dann einen oder mehrere Pseudo-UBOs an. Ein Pseudo-UBO ist eine natürliche Person, die dem leitenden Management angehört, etwa eine Führungskraft oder ein Manager. Diese Manager müssen im Handelsregister als satzungsmäßige Geschäftsführer Ihrer Organisation eingetragen sein. Dies sind dann Pseudo-UBOs, weil sie die Funktion eines Vorstandsmitglieds haben.

 

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